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Luisa Rische

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The rain clouds have cleared in time to spot the next glacier, Ventisquero Colgante, and all those other mountains surrounding the glacier. The gravel pass is quite challenging but offers a unique view across the landscape. . . . #carreteraaustral #patagonia #chile #travel #adventure #biketravel #cyclingphotos #explore #bikewander #discoverearth #worldbybike #camplife #bikepacking #roamtheplanet #travelphotography #southamerica #ontheroad #outdoor #lovenature #visitsouthamerica #solotravel #warmshowers #bikepackingguru #intothewild #cicloviajantes #instatravel #instagood #potd
Meet and greet with Heike in Puyuhuapi. One of those unbelievable stories: Heike just started on her second big bike adventure. While hiding from the rain in world‘s famous Puyuhuapi she starts reading my Blog - a friend had sent her an article of mine 2 years ago. She reads that I just started on the Carretera Austral, going South, and writes me an E-Mail. . The next day I stop in Puyuhuapi to get bread and log-in into the public WiFi when I read Heike‘s E-Mail. 5 Minutes later I surprise her in her tent and stay for 2 days on the campground with Heike. . . . #carreteraaustral #patagonia #chile #travel #adventure #biketravel #cyclingphotos #explore #bikewander #discoverearth #worldbybike #camplife #bikepacking #roamtheplanet #travelphotography #southamerica #ontheroad #outdoor #lovenature #visitsouthamerica #solotravel #warmshowers #bikepackingguru #intothewild #cicloviajantes #instatravel #instagood #potd

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Kapitel LIII: Roadtrip in die Atacama, Teil 2

San Pedro de Atacama liegt vor uns, eine grüne Oase in der trockenen Wüste. Wir bleiben einige Tage im Blickwinkel der Vulkane, bevor wir über die schönste Stadt Chiles zurück nach Quilpué fahren. Der Abschied fällt schwer, doch die Zeit mit Anna und Lukas hilft mir, mich zu entscheiden, wo (und wann) ich meine Reise beenden möchte.

Bilder aus Chile

Ein braunes Geflecht aus Busch holpert in der Mittagshitze vor uns über die Straße. Die Wüste. Sie hat uns die Sinne vernebelt, als ein gelbes Lastfahrzeug einer Mine, dessen Anhänger breiter ist als die Straße, auf uns zukommt. Wie dreijährige Jungen starren wir auf den entgegenkommenden Giganten mit übergroßer Ladefläche, als das begleitende Polizeiauto auf unsere Spur wechselt. Wir wechseln auf die Schulter, doch der auf uns zubretternde Polizist winkt immer noch wild mit den Armen. Panik. Wir wissen nicht, was er von uns will, denn neben uns ist nur noch Sand und Graben. Wir halten – und zwar genau in der Abfahrt zur Mine (die wir nicht wahrnehmen, weil in Panik), was uns erst klar wird, als der gelbe Gigant, Millimeter an unserer Heckklappe vorbeischrammend, abbiegt. Wir fahren weiter.

Calama. Das Tor zu San Pedro, Ankunftsort all der Menschen, die in die grüne Oase wollen, und Heimatort der Mitarbeiter von Chuquicamata, dem größten Kupferbergwerk der Welt. Die Gegend um des Bergwerk ist so verseucht, dass es Sperrgebiet ist. Mich haut‘s erst einmal aus den Socken, aber so richtig. Höhenkrankheit. Meine Beine wollen die ganze Zeit unter mir nachgeben, während in meinem Kopf jemand mit dem Hammer von innen gegen die Schläfe schlägt. Aua. Am nächsten Tag geht’s besser. Nur noch etwas kurzatmig, aber auch das legt sich auf dem Weg nach San Pedro, der uns an drei Guanacos vorbeiführt, die am Straßenrand für die Touristen posieren. Fehlt nur noch der Hut für die Münzen.

San Pedro wirkt wie eine Filmkulisse: Durch ein schattiges Tal, mit gezackten Felsformationen, die wirken wie nicht von dieser Welt, geht es wie über eine große Einfahrt in die grüne Oase, die von Lehmstrohbauten durchzogen ist. In der Ferne glitzern die Salzseen, umflimmert von grauem Mondstein, dahinter erheben sich die Hügelketten der Anden, durchzogen von spitz zulaufenden Vulkanen, die fast alle noch aktiv sind. Zuletzt gab es im vergangenen Jahr gelben Alarm. Die Vulkane prägen auch das Stadtbild: in Form von Dreiecken stehen sie wie Zinnen auf den Zäunen der Lehmstadt in der Atacama – ein Wort, das es übrigens eigentlich gar nicht geben sollte, denn so wie das Känguru in Australien, war es mal wieder ein Kolonialist, der nicht richtig zugehört hat. 

Die Touristenstadt, an der Grenze zum Moon Valley, ist ein Ort der Gegensätze. Zwischen Eingeborenen und Einwohnern geht es nicht immer friedlich zu. Die Touristen werden von den einen gehasst, wie sie von den anderen ausgebeutet werden. In der Fußgängerzone reiht sich Restaurant an Souvenirladen an Reisebüro: Sternegucken, Sandboarden, Räder ausleihen, zu den Thermen, Quellen, Nationalparks, Geysiren und Salzseen fahren. Alkohol wird nur in einer einzigen Bar ausgeschenkt, überall sonst gibt es Alkohol nur mit fester Nahrung, genau wie ein ständiges Tanzverbot. San Pedro war mal eine Partystadt, das will sie nicht mehr sein, doch sie wird von Touristen überrannt. 20.000 Menschen geben sich angeblich in einer Sommerwoche die Klinke in die Hand in der 6000-Einwohner-Stadt.

Unser Hostel ist eine Oase in der Oase. Öko und alternativ, mit Hängematten, Baumhäusern und Recycling. Während Lukas und Anna sich in der Therme entspannen und mit den Rädern durch die Wüste fahren, lasse ich mich durch Stadt und Geschichte der Region führen, surfe auf einem Snowboard eine Sanddüne im Death Valley hinunter und laufe die Düne wieder hinauf, zu Fuß, mit Boots – eine kurzatmige Angelegenheit auf 3000 Metern. Der Wind ist so heftig, dass uns die Boards aus den Händen fliegen, und wir gleich hinterher. Abends schlagen wir uns die Bäuche mit Selbstgekochtem oder Completos voll. Nachts lauschen wir den Haustieren, wie sie den Vollmond anheulen, der uns nicht nur den Schlaf raubt, sondern wie ein Halogenstrahler Sterne und Milchstraße ausblendet.

Nach drei Tagen fahren wir zurück. Früh morgens um 7 Uhr geht’s los, um bis zur Mittagshitze zurück am Ozean zu sein. Der Kaffee an der ersten Copec – zuverlässiger Wifi-Stop in ganz Chile – weckt die Lebensgeister. Als wir am Ozean ankommen, ziehen wir die feuchte Luft wie Süchtige ein. Sauerstoff. Feuchtigkeit. Landsam, aber stetig zieht sich die Wüste aus unseren Nasen und Augen wieder zurück. Wir halten in Taltal, essen mit Einheimischen zum Mittag, und schlafen in Caldera bei Pedro – dieses Mal erfahren wir, was Anna bereits vermutet hatte: Pedro ist der zweijährige Sohn, Patricio der Vater. Zum zweiten Mal genießen wir das überragende Frühstück, fahren über Totoralillo, wo wir in einer Cabaña schlafen, an den Strand nach Maitencillo, wo wir zwei Tage im angesagten Surferhostel (mit dem zweiten besten Frühstück der Welt) entspannen, Ceviche essen und Pisco Sour trinken.

Bevor es zurück zu Cami und Jorge geht, halten wir in Horcon an der Glücksbrücke. Die bunten Fähnchen sind im Wind tanzende Wünsche von Menschen aus der ganzen Welt. An der Küste entlang geht es über Concon nach Viña del Mar und weiter bis nach Valparaíso. Spektakulär ist an der Küste vor allem die Architektur. Dazu muss man wissen: In dieser Region wackelt die Erde fast täglich. Dennoch stehen am Fuß der gewaltigen Sanddüne in Concon, el Campo Dunar de Punta Concon, sicher 50-stöckige Hochhäuser. Zuletzt ist beim großen Beben 2010, das auch Jorge und Cami von der Küste in die Berge getrieben hat, eines dieser Gebäude eingestürzt.

Valparaíso. 250.000 Einwohner leben in der Hafenstadt, anderthalb Autostunden von Santiago entfernt. Die Grenze zur Nachbarstadt Viña ist verschwommen, die zwei Städte sind zu einer Metropole zusammengewachsen. Vor 500 Jahren, zur Gründung Valparaísos, war das noch nicht abzusehen. Jahrelang blieb das Fischerdorf nur ein Fischerdorf, unter den ständigen Angriffen von Piraten und Freibeutern wie Sir Francis Drake, einer meiner Kindheitshelden. Heute ist die Stadt am Pazifik nicht nur einer der wichtigsten südamerikanischen Häfen, sondern auch Heimat der chilenischen Marine, zu der auch Jorge gehört. Die Stadt, ihre Menschen und Infrastruktur sind aber auch Opfer ständiger Erdbeben und Waldbrände.

In Valparaíso trifft Straßenkunst auf Straßendiebstahl, alt auf neu auf jung, arm auf reich. Es soll die schönste Stadt Chiles sein, aber auch eine der gefährlichsten. Verfallen und dreckig, bunt und poetisch. Als die großen Straßen, der internationale Hafen und die Einkaufszentren hinter uns liegen, tauchen wir ins alte Valparaíso – vier Etagen über dem Rush-Hour-Wirrwarr – ein, dessen Häuser sich wie Schlangen die Berge hochziehen, sich unaufhaltsam in den Cerro Colorado fressen, immer weiter, bis zum Sattel. Es gibt keine Häuserfassade, die nicht bemalt ist. Gesichter in allen Formen und Farben, Schriftzüge und Tags, Treppen werden zu Klaviertasten, auf anderen fliegen Drachen in die Höhe. Wo Kunst draufsteht, ist auch Kunst drin: Gallerien, Druckereien, Upcycling, Handwerk.

Am Abend geht es zurück zur chilenischen Addams Family – so nennen sie sich selbst: Jorge, Cami, Joaquín (Spitzname Zombie), Emilia (Spitzname Monster), Poño, Frida, Trotzklowski (Spitzname Ninja Cat), Morita (Spitzname Vampire) und Chanchoman (Spitzname Sanchopancho) erwarten uns bereits mit Fajitas. Und Cami zählt am Ende nach: 36 Fajitas machen wir an diesem wunderbaren, heiteren, unvergesslichen Abend platt, der letzte in Chile, bevor Anna und Lukas mich zurücklassen.

Der Abschied fällt schwer, sehr schwer, ich fühle mich wie betäubt, und bin so sprachlos wie bei unserem Wiedersehen – es ist so unwirklich wie unser Wiedersehen, weil das Zusammensein so selbstverständlich ist. Doch Anna und Lukas lassen Post – neue Birkenstock und seitenlange Briefe – zurück, ein bisschen zu Hause in der fernen Welt, und ich entscheide mich endlich, wo und irgendwie auch wann das Ende meiner Reise sein soll.

Die zwei Jahre, die ich reisen wollte, sind fast vorbei. Ich werde nicht im Mai zurückkehren, aber statt bis nach Alaska zu fahren, radle ich nur noch durch Südamerika – auf dieser Reise zumindest. Zum einen freue ich mich einfach schon riesig darauf, meine Freunde wieder in die Arme zu nehmen, zum anderen kann ich mir den Zusatzbeitrag für die Krankenversicherung für Nordamerika nicht leisten, und drittens möchte ich diese Reise irgendwann auch mal verarbeiten. Momentan prasseln fast täglich Eindrücke auf mich ein, seit fast 20 Monaten – und das ist großartig – aber es bleibt kaum Zeit, Erlebnisse und Begegnungen sacken zu lassen und zu reflektieren, weil es immer weitergeht. Manchmal fühle ich mich wie Sal in „On the road“, es bleibt kaum Zeit, um Luft zu holen.

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