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Luisa Rische

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Before going offline again for however long, one more photo from breathtaking Peru: Siempre arriba. . . . #peru #visitperu #southamerica #bikewander #bikelife #webiketheworld #pedaljourneys #worldbybike #bikenomad #bikelove #bikexploring #cicloviajantes #cicloviajeros #cicloturismo #adventure #travel #explore #slowtravel #solotravel #discoverearth #outdoor #intothewild #weltenbummler #travelphotography #instatravel #instagood #potd @bikewander @adventurecycling @cicloviajantes @ciclo.america @biketouringforever @biketocamp @travelers_club_ir @bicyclingplanet @ortlieb_waterproof @vsf_fahrradmanufaktur
The end of the line of cars started kilometers away from the beginning. It took us half an hour to pass the waiting people who partly had been waiting for one and half days. So we called ourselves lucky when shortly after we arrived at the obstacle that had stopped the cars, a landslide, the police told us we could pass now. Since the passage was improvised, though, our heartbeats raced when we balanced along the edge while on the other side stones and rocks kept slipping down the slope, and the Peruvians kept yelling: “Go, go, go.” One worker pushed me up a little hill. We made it while most of the waiting people waited another night, because the slope came down once again while we were sleeping at the police station in the next village. . . . #peru #visitperu #southamerica #bikewander #bikelife #webiketheworld #pedaljourneys #worldbybike #bikenomad #bikelove #bikexploring #cicloviajantes #cicloviajeros #cicloturismo #adventure #travel #explore #slowtravel #solotravel #discoverearth #outdoor #intothewild #weltenbummler #travelphotography #instatravel #instagood #potd @bikewander @adventurecycling @cicloviajantes @ciclo.america @biketouringforever @biketocamp @travelers_club_ir @bicyclingplanet @ortlieb_waterproof @vsf_fahrradmanufaktur

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Kapitel LXVI: Von Sucre nach Cochabamba

Weiter, immer weiter. Die Räder drehen sich wieder täglich. Von Uyuni nach Sucre nach Cochabamba. Tausende Höhenmeter in nur wenigen Tagen. Durch ein Bolivien, das an einem Wendepunkt steht. Antonin und ich trennen uns zeitweilig, weil ich in Sucre überraschend Kuan wiedertreffe.

Von Sucre nach Laja: Bilder aus Bolivien

Es sind grenzenlos banale Momente. Momente, die mich im Bruchteil einer Sekunde in Wells‘ Zeitmaschine stecken und zweieinhalb Jahre zurückschicken. Während ich über die einsamen Straßen Zentralboliviens gleite, höre ich Jack Ryan: Patriot Games (ausgeliehen in der digitalen Bibliothek von South Australia, in der ich nach mehr als einem Jahr immer noch Mitglied bin, obwohl meine Mitgliedschaft nach drei Monaten hätte enden sollen). Jack ist Einkaufen, im Supermarkt, und plötzlich stehe ich selbst im Supermarkt, im E-Center in Konstanz, schlendere durch die Gänge, fülle meinen Wagen. Als wir zwei Tage später an einer Organic Farm anhalten, auf der wir Käse und Joghurt kaufen, bin ich zurück in Deutschland, radle über die Radwege, halte an Märkten und Cafés, um einen Eistee, oder eine heiße Schokolade zu trinken. Reif für Heimat.

Hinter jeder Ecke verbirgt sich eine Erinnerung, ein Moment der Sehnsucht, ein Bild von damals. Versteckt. Verblasst. Vergessen. Aufgeweckt durch einen Geruch, ein Dejavu, ein Gefühl, eine Geste. So wie mich der Geruch von Pinien nach Rügen teleportiert, auf den von Ameisen übervölkerten Pfad durch den Wald zum Strand, erinnert mich der Blick auf die schneebedeckten Berge der Anden an den Ausblick von meinem einstigen Konstanzer Balkon auf die schneebedeckten Alpen. Gassen, durch die ich fahre, Pflastersteine, über die ich holpere, Kirchen, in denen ich schlafe, Bücher, die ich lese, Menschen, denen ich begegne, wecken Heimat. Wenn ich es am wenigsten erwarte, bringt mich die Reise in ein Leben zurück, das mir immer noch den besten Grund gibt, bald zurückzukehren.

Ich radle weiter mit Antonin, seit Uyuni rollen unsere Räder dicht hintereinander durch die bolivianische Bergwelt, in der Wälder und Felder täglich in Flammen stehen, sich ausbrennen, denn Feuerwehren gibt es zwischen Salzwüste und Dschungel nicht; in der es in jedem Dorf eine Schule gibt, denn zehn Kinder in einer Familie seien normal, in der Evo an allen Hauswänden klebt, blau auf weiß, 2020 bis 25, der Präsident, der die Verfassung ignoriert und ein Land spaltet. Bolivien ist anders. Distanziert, reserviert. Ein Abenteuer, das in eine unbekannte Welt führt, wo Essen und Wasser einen jederzeit für Stunden und Tage auf der Klobrille fesseln können.

Seit anderthalb Monaten reisen wir durch die farbenprächtigen Panoramen Boliviens, zwischen der weißen Eiswüste, roten Sandsteingebirgen und fernen, schneebedeckten Riesen, die das Fernweh wecken würden, wenn ich nicht schon in der Ferne wäre. Bolivien ist zerklüftet, Landschaften, Menschen. Moderne Fernstraßen verbinden die großen Städte, in denen die Marktfrauen den Touristen das Geld aus der Tasche ziehen, zerstörte Schotterstraßen verbinden abgelegene Dörfer, in der Gringos wie Aliens wirken. Die Bolivianer lieben Paraden, Trommel und Trompete, bis das Gehör taub ist. Jung und alt. Mehr Krach als Musik. Jeden Abend, jeden Tag, wohin wir auch fahren. Die dissonanten Märsche, die an alle Heiligen erinnern, verfolgen uns.

Wir radeln von der flachen Hochebene, der Altiplano, ins Auf und Ab des zentralen Boliviens, zurück zur Altiplano. 15.000 Höhenmeter auf 1000 Kilometer. Eine Achterbahnfahrt, in der das Wetter uns durch ähnliche Extreme schickt. Minus zehn Grad in der Nacht, 30 Grad am Tag. Die Wasser fließen über unsere Haut, während sie in der Nacht zu Eis erstarren. Raphael und Suwanna, mit denen wir gemeinsam in der Casa Ciclista in Uyuni aufgebrochen sind, haben wir längst zurückgelassen. Und doch sind sie irgendwie noch bei uns uns. Vor allem Raphael, der nicht gern in der Kälte schläft und deshalb Tag um Tag nach einem Ambiente fragte. Antonin und ich kommen mit der Kälte zurecht, doch immer häufiger fragen auch wir nach einem Ambiente. In Schulen und Kirchen. Und werden fündig.

Zufall? Schicksal? Oder Glück? Als wir in Sucre, dem bolivianischen Schmelztiegel, sind, schreibe ich Kuan eine Nachricht. Wo sie gerade sei? In Bolivien. Kommt die Antwort prompt – ungewöhnlich für Zweiradabenteurer, normal für Kuan, die weiterhin lieber den Bus nimmt. Ich sei in Sucre, schreibe ich ihr. Sie auch, antwortet sie. Seit einem Monat, denn sie musste zum Zahnarzt. Wurzelbehandlung. Mein schlimmster Alptraum. Wurzelbehandlung in Bolivien. Aber es gehe ihr gut, schreibt sie. Ich bleibe spontan noch einen Tag in Sucre, um ihn mit Kuan zu verbringen, zu quatschen, Eis zu essen. Antonin fährt voraus nach Cochabamba, mit Zwischenstopp in Aiquile, wo er sich eine Charango kauft.

Sucre, eine Stadt in den Bergen, fordert einen Tag später all meinen Willen. Vom Hostel zum Stadtrand, wo Dinosaurier ihre gigantischen Fußabdrücke für die Nachwelt hinterlassen haben, geht es steil berghoch. Im Stehen kämpfe ich mich hinauf, durch die engen Gassen, deren Straßen aus Sand sind, ringe nach Luft, bis der Speichel aus den Mundwinkeln heraustropft, während die Menschen mich beobachten, schmunzeln, lachen, anfeuern. Nach Wochen der Gemeinsamkeit ist das Alleinsein immer ein komisches Gefühl, doch nach mehr als zwei Jahren keine Herausforderung mehr. Am ersten und zweiten Abend vermisse ich meinen Gesprächspartner noch, dann bin ich wieder in meinem Tunnel des Vertrauens, der mir Sicherheit gibt.

Die Hitze in den Tagen nach Sucre ist brutal, zu heiß für mich, mir geht das Wasser aus, ich finde eine Flasche Cola am Straßenrand. Radeln, essen, schlafen. In der Routine liegt das Selbstbewusstsein, in der Routine liegt die Frustration. In Mizque schlafe ich in der Kirche. Ob ich evangelisch sei, fragt mich Felix, der Glückliche. Ja, bin ich, erkläre ich. Ob ich eine Bibel dabei habe? Nein, antworte ich, und erkläre, dass ich auf dem Fahrrad nicht viel Freiheit für Luxusgegenstände wie Bücher habe – nicht dass es mir je in den Sinn gekommen wäre, die Bibel einzupacken. Felix verschwindet in sein Schlafzimmer und drückt mir zwei Minuten später eine Bibel in die Hand.

Es regnet. Zum ersten Mal seit Uyuni (wo es so kalt war, dass es geschneit hat). Bestes Wetter, um dem langen Aufstieg nach Cochabamba entgegenzutreten. 2000 Meter fahre ich zwei Tage lang durch den Nebel hoch zum Gipfel, kaum ein Auto ist auf dieser Straße unterwegs, der Nebel so dicht, dass alles um mich herum weiß ist. Ich schlafe im Wald, im Canyon, auf einem Zeltplatz. Am letzten Tag vor Cochabamba ist mein Reifen platt, meine Pumpe kaputt, das Pech klebt an meinem Hinterrad. Stunden später komme ich in Cochabamba an, das am Morgen nur 20 Kilometer entfernt lag. Antonin und ich schließen uns wieder zusammen, brechen gemeinsam zum Lago Titcaca auf, doch bereits am zweiten Tag beginnt der Magen von Antonin zu rebellieren.

One comment on “Zwischen den Extremen: Achterbahnfahrt durch Bolivien

  1. Joachim Philipp sagt:

    Gestern nacht bis halb 3 viele Kapitel gelesen, bewundernd konnte ich kein Ende finden. Fühle mich ‚dabei‘, vor Ort auf die Landschaft und die Menschen schauend. Die Seele ist sowieso mit on Tour, als ob sie aus den Bildern und Gedanken Kontakt aufnimmt. Alles Gute aus der Heimat!

    Gefällt 1 Person

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