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Luisa Rische

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Cycling in China was a culture shock that I still haven’t completely recovered from yet. I’m certain I want to go back to China, give it another chance to overwhelm me positively. But in 2017 I had a hard time connecting to the people, connecting to the country. It was one of the countries where I was super stressed most of the days of my 30-Day-Visa. What was your toughest country to cycle in? . . . #china #beijing #visitchina #tiananmen #bikewander #bikelife #pedaljourneys #worldbybike #bikenomad #bikelove #cicloviajantes #cicloviajeros #cicloturismo #travelers_club_ir #adventure #travel #explore #slowtravel #solotravel #discoverearth #outdoor #intothewild #weltenbummler #instatravel #instagood #potd
December, 2017. After spending the night in Yaizu I start packing before sunset to challenge the long climb to Fujihakoneizu National Park. It’s one of those perfect days, blue sky, tail wind. But it starts out chilly because Winter has started - I can still feel how the first beams of the sun made their way through the layers of my clothes. It takes me all day to ride past Mount Fuji, making it one of the few days that I experienced sunset and sunrise in the saddle. . . . #japan #fuji #mountfuji #visitjapan #bikewander #bikelife #pedaljourneys #worldbybike #bikenomad #bikelove #cicloviajantes #cicloviajeros #cicloturismo #travelers_club_ir #adventure #travel #explore #slowtravel #solotravel #discoverearth #outdoor #intothewild #weltenbummler #instatravel #instagood #potd

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Kapitel LXXIV: Peru’s Great Divide (3)

Als Antonin und ich die Schnüre unserer Zweisamkeit durchschneiden, verlasse ich Peru’s Great Divide. Nicht um auf flache, asphaltierte Straßen zurückzukehren, sondern um noch tiefer in die Berge einzutauchen, durch Landschaften zu reisen, wo es keine Wege mehr gibt, wo kein motorisieres Fahrzeug hinkommt, wo ich völlig allein mit den Riesen der Anden bin.

Bilder vom Great Peru Divide

Aus dem Fluss der Masse ausbrechen, um in der Fremde sich selbst zu entdecken. Die absolute, durchdringende, grenzenlose Einsamkeit auf den höchsten Gipfeln dieser Erde fern des Trubels, der Hektik, des Hamsterrads dieser Welt hebt meine Reise auf ein neues Level. Meine Gedanken verirren sich kaum noch in Erinnerungen, vergangene Momente, in mögliche Visionen der Zukunft, Pläne, Träume. Zum ersten Mal lebe ich in der Gegenwart wie nie zuvor in meinem Leben. Anstatt die Ungewissheit zu fürchten, lerne ich in den peruanischen Anden, sie zu umarmen, zu zelebrieren, als meinen besten Freund zu akzeptieren. Deshalb fällt mir der Abschied von Antonin leichter als erwartet. Obwohl ich die Zeit genossen habe, bin ich der Einsamkeit der Berge tiefer verbunden.

Allein radle ich an den Ufern der Lagunen der andischen Hochebenen entlang, durch Cuyo und Yantac hindurch, während die dichten Regenvorhänge an mir vorbei, anstatt über mich hinwegziehen. Nachdem Antonin zurück zum Carretera Central abgebogen ist, bin ich entschlossen, meinem Körper endlich einen Tag Ruhe zu gönnen. Ich suche mir einen Zeltplatz an der Lagune Yanque, fern der Straße, wo ich einen Tag bleibe, die Beine ausstrecke, lese, koche. Als ich am nächsten Tag auf das Rad zurückkehre, sind die Beine nicht viel leichter. Maria aus Polen kommt mir auf der Abfahrt entgegen. Sie hat den gestrigen Hagelsturm voll abbekommen, ist weitergefahren, ihr Rad ist unter dem getrocknetem Schlamm kaum zu sehen. Maria radelt von Alaska nach Ushuaia, sie radelt nicht wirklich gern, aber sie genießt des Reisen (@mariagarus).

Ich gebe eine Stunden später auf. Nichts an mir will sich weiter bewegen. An einem Fluss finde ich einen Schlafplatz für die Nacht, bevor ich am nächsten Tag weiter klettere, immer noch müde, aber die Beine fühlen sich langsam wieder leichter an. Der Ausblick vom Pass ist auch diesmal einmalig, das verrückte Farbenspiel zwischen blauen Lagunen, grünen Weiden, roten Bergen, schwarzen Felsen und schneebdedeckten Gipfeln steigert sich zu neuen Höhen, ich komme aus dem Staunen nicht heraus, hinter jedem Gipfel birgt sich ein neues Wunder. Nach einer Nacht in der Schule von Vichaycocha stürze ich mich in den nächsten Berg des Peru Divides. 1300 Meter. Ich muss es an diesem Tag nicht schaffen, rede ich mir immer wieder ein, und doch kurble ich, bis ich auf dem Pass ankomme.

Schafe, Llamas, zwei Bauern. Sonst bin ich mal wieder die einzige auf dem Schotterweg, der so sehr mein Freund geworden ist wie das Unbekannte. Noch in Bolivien war es mein Alptraum, über solche Straßen zu fahren, jetzt kann ich mir nicht mehr vorstellen, auf glattgelecktem Asphalt zu radeln, denn wo Peru Geld ausgibt, um eine Straße zu asphaltieren, dort sind hupende, lärmende, nervende, stinkende Autos unterwegs. Ich habe losgelassen, seitdem ich auf dem Divide unterwegs bin. Der holprige Schotterweg hat mich ausgebremst, entschleunigt, hat mich gezwungen, loszulassen. Der Stress einer Straße dagegen macht mich nervös, aggressiv, unerträglich. Was ist bloß passiert? Zum ersten Mal seit Beginn meiner Reise macht es mir Angst, an die Rückkehr zu denken.

Die Regenwolken verdichten sich, Nebel und Dunst verschlucken mich. Allein. Als ich oben ankomme, hält die Freude nicht lang. Maria hatte mich vorgewarnt. Statt die Abfahrt hinunterzustürzen, schiebe ich. Der Boden ist so aufgeweicht von dem täglichen Regen, Hagel und Schnee, dass ich mein Fahrrad über die Wiese schiebe, denn der Schlamm steckt zwischen Schutzblech, Bremse und Reifen, sodass sich nichts, aber auch gar nichts vorbewegt. Je weiter es hinabgeht, desto mehr Steine sind auf dem Weg und ich kann endlich wieder aufsitzen. Durch die Serpentinen radle ich an Kühen und Pferden vorbei, tauche aus der dichten Wolkenmasse wieder auf, radle bis nach Parquin, wo zwei taiwanische Radler bereits ihr Zelt auf dem zentralen Platz aufgestellt haben.

Ich geselle mich zu ihnen, obwohl ich nicht gern so ausgeliefert, zentral in einem Dorf schlafe. Wären die zwei nicht im Dorf, hätte ich mir ein Bett gesucht. Auch diesmal zeigt sich, dass mein Unwohlsein gerechtfertig ist. Als die Sonne bereits untergegangen ist, bewerfen Kinder unsere Zelt mit Steinen. Zwei weitere Löcher zieren mein Regenzelt, ein Flickenteppich, der mir Kopfzerbrechen bereitet. Am nächsten Morgen stehen wir alle frühzeitig auf, bis 6 Uhr haben wir gepackt und das Dorf in entgegengesetzte Richtung verlassen. Mein Weg führt mich vor allem bergab, viel zu radeln habe ich nicht. Bis auf 2200 Meter, wo mir die Sonne den Schweiß ins Gesicht treibt. An den Aguas Termales de Fierro schlage ich mein Zelt auf und lasse die Beine in einem heißen Bad taumeln.

In Peru gilt die Regel: Wo es hinab geht, geht es auch wieder hinauf. Doch ich fühle mich besser und radle 2300 Höhenmeter auf 52 Kilometern. Ich bin noch nie mehr als 2000 Höhenmeter an einem Tab geradelt, ich glaube, meine Bestleistung war bis zu diesem Tag 1700 Höhenmeter in Norwegen. Ich bin also verdammt stolz auf mich, als ich am Lago Quichas ankomme, und bin so lange geradelt, dass die schwarze Gewitterwolke fast über mir ist. Am Rande des See stehen ein, zwei Häuschen. Ich biege kurzerhand auf den Pfad ab, der mich zu den Dächern führt, und kann mich nicht nur vor dem Regen verstecken, sondern bekomme auch ein Bett und Essen. Am nächsten Tag hat mich das kühle Nass bereits nach zwei Stunden auf dem Rad eingeholt. Ich bin zurück auf dem Cordillera, in meiner geliebten Einsamkeit der Berge.

Als ich nach Quichas abgebogen bin, habe ich den Great Peru Divide verlassen; ich folge der Route eines anderen Radreisenden, Alee Denham aus Australien, der mich auf einen Wanderweg führt. Nach all dem, was ich in den vergangenen Wochen erlebt und gesehen habe, bin ich wirklich aufgeregt, noch tiefer in der Einsamkeit der Berge zu verschwinden. Denn alle Pfade, die ich auf dem Divide geradelt bin, waren mit dem Auto befahrbar. Dieser ist es nicht. Und auch ich muss bald absteigen, um mein Fahrrad zu schieben. Vom Schlamm geht es auf handballgroße Steine, stetig bergauf. Die Regenwolken habe mich umzingelt, ich habe es nicht eilig, stelle mein Zelt auf und verschwinde im Schutz der Trockenheit.

Am nächsten Morgen sieht es nicht anders aus: Von Regenwolken umzingelt, die mir die Aussicht auf die weißen Gletscher versperren. Ich schiebe mein Fahrrad an Lagunen vorbei hinauf zum nächsten Pass. Ich weiß nicht, wo ich lang muss, immer wieder befrage ich mein GPS, denn Wege sind nur angedeutet, Steinhaufen, Verschüttungen, dann taucht endlich wieder ein schlammiger Pfad auf. An der Lagune Purectishgo stelle ich mein Zelt auf, bevor der Himmel seine Schleusen öffnet. Um schlafen zu können, stecke ich mir Oropax in die Ohren, und werde Stunden später mit einem Schlag aus meinen Träumen gerissen.

Das Zelt liegt auf meinem Kopf, irgendetwas liegt schwer auf dem Zelt, auf meinem Kopf, die Stangen unter irgendeinem Gewicht zusammengeklappt. Ich versuche, das Gewicht wegzudrücken, denn ich denke, dass es ein Llama sein könnte, dass wohl verschwinden wird, wenn ich nur fest genug drücke. Nichts passiert. Ich nehme meine Oropax aus den Ohren, weil meine zweite Vermutung ist, dass es ein Sturm ist, unter dem die Stangen nachgegeben haben. Doch es windet nicht. Als ich das Zelt öffne, kommt mir stattdessen eine Ladung Schnee entgegen, hinein in den Schlafsack. Die Welt um mich herum ist weiß, das Zelt unter dem Gewicht des Schnees zusammengebrochen. Das erklärt auch, warum mir so kalt ist. Ich schlafe auf einem Stück Isoliermaterial, das zu kurz ist und mich nicht gegen Minusgrade schützt.

Ich klettere aus dem Zelt, fege den Schnee hinunter und stabilisiere die Zeltwände mit den Windseilen. Als ich zurück im kalten Schlafsack auf dem kalten Boden bin, bekomme ich auf einmal Panik: Was ist, wenn es nicht aufhört zu schneien? Der Pfad, der oft nicht einmal ein Pfad ist, ist unter einer weißen Decke niemals zu finden. Was ist, wenn ich nicht von hier wegkomme? Hier oben, auf 4700 Metern, ist kein Mensch, und nicht die Saison für Wanderer. Habe ich genug zu Essen? Was ist, wenn mein altes, brüchiges, baufälliges Zelt, das nach zweieinhalb Jahren einfach nicht mehr viel taugt, dem Schneesturm nicht standhalten kann? Wie halte ich mich warm? Ich greife mir Klopfer, meinen Kuschelhasen, stecke die Oropax zurück in die Ohren, kugle mich ein, versuche, mich warmzuhalten, und wieder einzuschlafen. Als mir das nicht gelingt, höre ich die Unendliche Geschichte. Nachdem ich den Schlafmodus zweimal verlängert habe, schlafe ich tatsächlich wieder ein.

Am nächsten Morgen hängen die dunklen Wolken immer noch dicht über meinem shcneebedeckten Zelt. Von der Sonne ist nichts zu sehen, doch es hat aufgehört zu schneien. Als sich die Wolken nach und nach klären, es heller wird, packe ich zusammen. Schnell weg hier. Der Schnee ist fast verschwunden, als ich aufbreche, das Wegkommen aber gar nicht so leicht. Der Pfad ist überschwemmt, in Bächen fließt der schmilzende Schnee ab. Ich muss über eine Kuhweide, auf der nicht einmal mehr ein Pfad angedeutet ist. Dann geht es steil hinunter zur Lagune Viconga, ein Wasserreservat. Auf der anderen Seite kann ich meinen Weg sehen. Mir wird ganz schlecht. Wie soll ich mein Fahrrad da bloß hochbekommen? Ich halte an der Viconga-Station, wo ich tatsächlich einen Arbeiter treffe, mit dem ich mich unterhalte. Menschlicher Kontakt. Er rät mir, mein Fahrrad nach Cajatambo zu schieben, die Straße sei leichter, und gehe hinab.

Ich überlege nicht lange, unterhalte mich noch ein bisschen, und drehe ab, weg vom Huayhush Trek, weg von Schneestürmen und Pfaden, die auch ohne Fahrrad fordernd sind. Ich schiebe nicht lange, als das nächste Häuschen in der Ferne auftaucht, die Umkleidekabine einer heißen Quelle. Drei Becken sind in den Berg eingebaut, aus denen der Dampf in den Himmel steigt. Ich stelle mein Zelt auf, ziehe mich aus und verschwinde in den heißen Quellen. Als ich aus dem heißsten Becken steige, sinke ich in die Knie, zu viel für den Kreislauf, und bekomme gleich wieder Schweißausbrüche: Wenn mir jetzt der Kreislauf zusammenbricht, liege ich hier nackt auf den kalten Steinen, in der kalten Luft, klitschnass. Ich ziehe mich an und verschwinde in den warmen Schlafsack.

5 comments on “Wieder Solo: Leben und Leiden auf zwei Rädern

  1. Tino sagt:

    Hoin Luisa !
    Ein ganz tolles Neues Jahr wünsche ich dir und immer viel Kraft und Genuss beim Weiterradeln.
    Deine Berichte sind ja immer wahnsinnig toll und spannend zu lesen – dieser aber mal ganz besonders !!

    Gefällt 1 Person

  2. Tino sagt:

    Moin natürlich 🙂

    Liken

  3. Na dann, ein gutes neues Jahr und viel Segen! Schritt für Schritt und Ruhe, wir kriegen des schon hin( so sprach unser Bundespräsident heute bei seiner Neujahrsansprache. das wünsche ich auch Dir! Herzlich.

    Gefällt 1 Person

  4. Ein toller Bericht!
    Ich wünsche dir ein aufregendes Jahr und nie mehr Herausforderungen, als du auf einmal bewältigen kannst!
    Herzlich, Solveig

    Gefällt 1 Person

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